Bei der sechsten Fahrraddemo gegen den überdimensionierten Ausbau der B12 habe ich am 20. September gemeinsam mit einem breiten Bündnis im Ostallgäu ein deutliches Zeichen gesetzt: Verkehrssicherheit ist unverzichtbar – sie darf aber nicht als Vorwand für eine vierspurige Monstertrasse dienen. Ein besonderes Bild prägte den Tag: Auf der B12 waren viele Menschen mit dem Fahrrad unterwegs – eine bunte Protestradtour statt lärmender Verkehrsströme.
Die aktuellen Pläne sehen zwischen Buchloe und Kempten eine Straße in Autobahndimension vor. Sie wäre regulär 28 Meter breit, bei Germaringen und Kaufbeuren sind teilweise sogar bis zu 60 Meter breite Schneisen geplant. Rund 90 Hektar landwirtschaftliche Fläche würden versiegelt. Hinzu kämen 70 neue Brücken, vier Rastanlagen und drei neue Auffahrten.
Meine grüne Position ist klar: Gefährliche Stellen müssen beseitigt und die Sicherheit auf der B12 muss verbessert werden. Doch dieser Ausbau in Autobahndimension muss vom Tisch. Statt das rechtlich angefochtene Projekt mit einem möglichen Sofortvollzug schneller durchzusetzen, braucht es den politischen Mut für eine neue Lösung – schneller umsetzbar, flächensparender und tatsächlich auf mehr Sicherheit ausgerichtet.
Moderne Verkehrspolitik bedeutet für mich bessere und bezahlbare Mobilität: eine starke Bahn, sanierte und elektrifizierte Strecken, verlässliche Busse und sichere Alltagsradwege. Gerade wenn Geld knapp ist und das Klima Alarm schlägt, müssen die Prioritäten richtig gesetzt werden.
Ebenso deutlich ist: Ein laufendes Gerichtsverfahren ist kein lästiges Hindernis. Politik darf Druck für eine gute Infrastruktur machen, aber nicht auf die Justiz, damit ein bestimmtes Ergebnis schneller erreicht wird. Mein Fazit nach der Demonstration lautet deshalb: Sicherheit ja, Verbesserungen ja – aber der B12-Ausbau in Autobahndimension ist keine vernünftige Verkehrspolitik. Dafür setze ich mich als grüner Stimmkreisbetreuer im Ostallgäu weiter ein!






